Plastische Deckungen

Defekte nach der Entfernung von Hauttumoren müssen, um ein ansprechendes ästhetisches Ergebnis zu erhalten, wieder kunstvoll verschlossen werden. Wenn die Defekte so groß sind, daß sie direkt verschlossen werden können, werden besondere Techniken benötigt. Alle gängigen und ausgefallenen Verfahren zur plastischen Deckung von einfachen über mehrfache und getunnelte Lappenplastiken bis hin zu Hauttransplantationen gehören zum Repertoire der Praxis.

Der erfahrene Operateur weiß, von welcher Stelle in der Umgebung eines Defektes Hautreserven zu mobilisieren sind. Durch spezielle Schnitttechniken kann er so einen Hautlappen heben und verschieben. Bei der plastischen Deckung unterscheidet man im Wesentlichen drei verschiedene Prinzipien:

Die einfachste Technik besteht darin, einen Hautlappen von einer oder auch von mehreren Seiten in den Defekt zur plastischen Deckung zu verschieben. Beispiele hierfür sind V-Y-Plastik, W-Y-Plastik oder H-Plastik.

Bei der zweiten Gruppe der plastischen Deckungen kommt zur seitlichen Verschiebung noch eine Drehung des Lappens hinzu. Der typische Vertreter ist die sogenannte Rotationsplastik.

Das dritte Prinzip bedient sich zusätzlich einer Transposition, das bedeutet, daß ein Hautlappen zusätzlich zu Verschiebung und Drehung über ein Stück intakte Haut gehoben wird. Beispiele hierfür sind der bilobed flap, die Plastik nach Dufourmentel oder Limberg.

Eine gänzlich andere Technikgruppe zur plastischen Deckung von Defekten stellen die gestielten Lappen dar. Hier wird in der Regel ein Hautareal mitsamt seinem versorgenden Blutgefäß gelöst und in einen weiter entfernten Defekt eingenäht. Die Versorgung des Lappens mit Sauerstoff und Nährstoffen erfolgt über den Lappenstiel mit dem inliegenden Gefäß.

Die notwendigen Schnitte orientieren sich an den Grenzen ästhetischer Einheiten und an natürlichen Falten, so daß abschließend möglichst unauffällige Narben verbleiben. Ziel ist immer ein möglichst natürliches Aussehen unter ästhetischen Aspekten. Ihr chirurgisch erfahrener Hautarzt berät Sie kompetent über die Möglichkeiten zur plastischen Deckung des entstandenen Defektes.